Ein
Feuerwerk von Farben ist das Bild, das in der Eingangshalle neben dem Kamin
den Blick auf sich zieht. Rot und orange in vielen Nuancen, dazwischen
alle Farben des Regenbogens, stellt es "Menschen dieser Welt" dar - abstrakt,
aber warm und bunt. Dabei vermittelt es durch seine Plastizität und
Vielfalt die Lebendigkeit von Gudrun Großer-Göbel.
"Rot
und Gelb sind meine Lieblingsfarben", sagt die 61-jährige Malerin,
die an diesem Wochenende mit einer Ausstellung zur Feier anlässlich
des Abschlusses der zehnjährigen Renovierungsarbeiten im Herrenhaus
Borghorst beiträgt. Energie und Lebensfreude, die sich in der Farbwahl
ausdrückt, findet sich in vielen der Bilder von "3G", wie sie sich
auch nennt, wieder, oft sind es florale Motive. In anderen Bildern wirken
maritime Blautöne beruhigend. Segelboote, Fische und Wellen malt Gudrun
Großer-Göbel immer wieder. In diesen Bildern findet man die
nordischen Ursprünge der Malerin, die in Pommern geboren und in Schleswig-Holstein
aufgewachsen ist. Durch ihr Elternhaus in Süderbrarup hat sie den
Kontakt zum nördlichsten Bundesland nie verloren, doch nun stellt
die seit den 60ern in Düsseldorf lebende Künstlerin erstmals
in Schleswig-Holstein aus.
Rund
50 Bilder zeigt sie am Sonnabend und Sonntag, |
jeweils von
11 bis 18 Uhr in den Räumen des historischen Herrenhauses. Zu den
"Menschen dieser Welt", die sich im gastlichen Borghorster Haus immer wieder
einfinden, gehört an diesem Wochenende auch der Pianist Mark Karsai.
Der 24-jährige Musiker gewann bedeutende Musikpreise und vertrat auf
dem EU-Galakonzert zum Beitritt der zehn neuen Länder im Mai 2004
sein Heimatland Ungarn. Eine brillante Technik, die die Menschen die Hektik
des Alltags vergessen lässt, wird ihm nachgesagt.
In
Borghorst spielt Karsai Chopin, Liszt und Schubert. Mit den drei Komponisten
des 19. Jahrhunderts steht er zeitlich zwischen den optischen Eindrücken,
die den Besucher der Jubiläumsveranstaltung erwarten. Die modernen
Werke von Gudrun Großer-Göbel hängen in Räumen, die
im 18. Jahrhundert vom norddeutschen Barock geprägt wurden, deren
Pracht Eigentümerin Caroline Hatlapa in der vergangenen Dekade restauriert
hat. Der aus dem Jahr 1742 stammende, reich verzierte Gartensaal wird am
Sonntag ebenfalls zu besichtigen sein. Die Konzerte finden am Sonnabend
und Sonntag jeweils um 12.30 und 16 Uhr statt. Im Eintrittspreis von 4
Euro ist ein Glas Prosecco inklusive. |